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  Tag der Steine in Königslutter 2009


Zum erstenmal wurde in Königslutter am 18. Oktober 2009 ein " Tag der Steine in der Stadt" veranstaltet. Es handelte sich um eine Veranstaltung, die auf eine bundesweite Initiative zurückgeht. Parallele Veranstaltungen hierzu fanden in weiteren  Städten Deutschlands, wie Berlin, München, Köln etc. statt. In Königslutter, einer Steinmetzstadt, wurde ein fachlich geführter Spaziergang durchgeführt. Es nahmen etwa 30 Personen an der von Dr. Hennig Zellmer vom Geopark-Harz/Braunschweiger Land/Ostfalen und Reiner Flassig vom Steinmetzzentrum Königslutter geführten Veranstaltung teil, die etwa 1 1/2 Stunden dauerte.

 

Die Route begann im Gebäude des Geopark-Infozentrums. Dort erläuterte Dr. Zellmer den interessierten Teilnehmern die regionale Geologie und stellte typische Gesteine dieser Gegend in den Ausstellungsräumen des Zentrums vor. Anschließend fand der geführte Spaziergang bis zum Kaiserdom statt, der am Osterleuchter in der Apsis des Doms endete.

 

Besondere Aufmerksamkeit der überaus interessierten Teilnehmer fand Tempestit, ein Gestein, das in einer Sturmfluten entstand, als Kalkriffe zertrümmert wurden. Es handelt sich um eine Gesteinsschicht im Elmkalksteinvorkommen. Die Skulptur vor der Stadtkirche von dem Bildhauer Hans Reinders besteht aus Tempestist. Die Bildung von Duckstein in einer früheren Wasserleitung des Lutterbaches, die durch massive Velpker Sandsteinplatten eingefasst ist, wurde gezeigt. Den Teilnehmern war die unterschiedlichen Plasterungen mit regionalen und internationalen Natursteinen wenig bekannt. Bausteine aus den 1960er Jahren bis zum heutigen Tag wurden an den Häusern, die auf dem Weg zum Kaiserdom lagen, erläutert. Harzer Grauwacke, Granite, regionale Sandsteine, Basalte, Geschiebe in Pflasterungen wurden angesprochen. Ein Heimatpfleger aus Königslutter zeigte ehemaliges Steinbruchgelände in der Stadt, das heute überbaut ist. Besonderes Augenmerk wurde auf kulturgeologische Aspekte gelegt, deswegen wurden die auf dem Wege befindlichen Kunstwerke angesprochen und eingehend diskutiert. Einen entsprechenden Abschluss fand der Spaziergang am Osterleuchter im Kaiserdom, der vermutlich aus Carrara-Marmor/Italien besteht und aus dem 12. Jahrhundert stammt. Er könnte im Gefolge von Kaiser Lothar hierher transportiert worden sein.

 

Etwa 30 Personen versammeln sich um Reiner Flassig und Henning Zellmer (2. v. rechts). Zellmer zeigt einen Tempestit. Dieses Gestein entstand durch eine Sturmflut als ein Riff aus Kalkstein zertrümmert wurde und sich daraus eine Gesteinsschicht im Elmkalkstein bildete.


Das Sühnekreuz an der Stadtkirche besteht aus Duckstein, einem Kalksinter. Auf diesem Gesteinsvorkommen ruht der gesamte Ort Königslutter.


 



Skulpturen aus Elmkalkstein auf dem Freiplatz vor dem Gänsebrunnen in Königslutter des Bildhauers Klaus W. Ricke

Thüster Kalkstein am Eingang der Stadtkirche


 


Eingangstreppe aus Römischen Travertin auf dem Marktplatz, ein Naturstein, der in in den 1960/70er Jahren verbaut wurde.


Eingangtreppe aus Rosa Beta und Bianco Sardo. Es sind Granite aus Sardinien, die vor allem in den 1980/90er Jahren verbaut wurden.


 



Pflaster mit Geschiebe (Granit und Gneise aus Skandinavien), Elmkalkstein (helle Steine) und Basalt (schwarz)

Der grüne Stein in der Mitte ist Beuchaer Granitporphyr aus Sachsen


  



Fußwegplatten aus Wesersandstein aus dem Solling mit typischem Erscheinungsbild.

Skulptur aus Weiberner Tuff, ein vulkanisches Gestein aus der Eifel, in der Nähe des Gänsebrunnens.


 


Symbol der Kirchengemeinde vor dem Kaiserdom aus so genannten Belgisch Granit, der gesteinskundlich ein Kalkstein ist.


Der Osterleuchter im Kaiserdom. Der helle Schaft aus Marmor ist  vermutlich Carrara-Marmor aus Italien.